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Stadtbesichtigung in Münster

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Stadtbesichtigung in Münster

Beitragvon Hose15 am Fr 30. Mai 2008, 21:24

Münster, die Metropole im Münsterland, die Stadt zwischen Dortmund und Osnabrück, eine moderne Stadt, die ihren historischen Standpunkt gesichert hat. Einfach sehen und staunen…

Unsere Reise beruhte eigentlich darauf nur das Rathaus des Westfälischen Friedens zu besichtigen und ich war dem ganzen erst recht kritisch gegenüber eingestellt. Was ist das für eine Stadt, die in manchen Kreisen als lebenswerteste Stadt Europas bekannt ist. Eine Stadt in der es nur so von Fahrradfahrer wimmeln soll, eine Mischung aus bodenständigen Westfalen und doch eine weltoffene Studentenstadt?

Wir haben erst nur eine kleine Stadtführung mit gemacht und selbst das war schon recht beeindruckend, der Prinzipalmarkt mit dem Rathaus, der nach der gänzlichen Zerstörung im zweiten Weltkrieg wieder voll aufgebaut wurde, die Lambertikirche mit den Käfigen in denen die Wiedertäufer aufgehängt wurden, der Dom zu Münster, das Schloss von Münster, das Gericht und die Promenade wo einst die Stadtmauer stand.
Nach dieser Stadtführung haben wir uns dann auf eigene Faust auf den Weg gemacht und eine einzigartige Stadt kennen gelernt. Die belebte Fußgängerzone, die förmlich zum Einkaufen einlädt, das alte Apollotheater in dem nun ein Modeladen ansässig ist. Der Aasee mit dem Stadtnahen Erholungsgebiet, die Postmodernen Gebäude der LVM und der LBS und die ausgedehnten Parklandschaften rund um die Promenade.

Zu der Stadtgeschichte, seit dem 6ten Jahrhundert hat es in der Nähe des Domplatzes das Dorf Mimigernaford gegeben, um 793 gründete der friesische Missionar Liudger an der Furt über die Münstersche Aa ein Kloster (lateinisch: monasterium), was wohl zu dem Stadtnamen geführt hat. Um 805 wurde dieser zum ersten Bischof von Münster ernannt und hat den Bau des Doms veranlasst. 1170 wurde Münster als Stadt anerkannt und zu dieser zeit wurde wohl auch der Bau der gut 4km langen Stadtmauer eingeleitet. Zwischen 1534 und 1535 regierten in Münster die Wiedertäufer, die in der Endphase das Königreich Zion ausgerufen haben und in dem sich Jan van Leyden als König aufgestellt hat. Der Bischof Franz von Waldeck belagerte die Stadt, eroberte zurück und richtete die 3 Anführer hin. Sie wurden in Körben an der Lambertikirche hoch gezogen (welche noch heute dort hängen).
Eine der ausschlaggebenden Ereignisse war um 1648, als in Münster und Osnabrück der Westfälische Frieden ausgerufen wurde und mit dem dreißigjährigen Krieg endete. 1806 wurde Münster von Napoleon eingenommen und 1813 von preußische und russische Truppen befreit. Auf Grund des wirtschaftlichen Aufschwungs der zweiten Hälfte des 19ten Jahrhundert wuchs die Bevölkerung und Münster wurde um 1915 mit 100.000 Einwohnern als Großstadt anerkannt. Zum Ende des Ersten Weltkriegs wurde – wie in der Hauptstadt Berlin – am 9. November 1918 auf dem Hindenburgplatz die Republik ausgerufen.
Während des Nationalsozialismus brachte Münster einen starken Widersacher hervor, Clemens August Graf von Galen „der Löwe zu Münster“, der durch seinen Kampf gegen die Willkür der Gestapo gegenüber katholischen Einrichtungen und das menschenverachtende Euthanasieprogramm der Nationalsozialisten weit über die Grenzen Münsters bekannt wurde.
Münster gehört zu den Städten die während des zweiten Weltkriegs am meisten zerstört wurde, Münsters Altstadt wurde zu 91% zerstört, insgesamt zu 63%. In den späten 50er Jahren wurde Münster im Gegensatz zu anderen Städten nach dem Vorbilder Vorkriegszeit wieder aufgebaut.

Nun ich möchte ihnen nicht zu viel vorweg nehmen, fahren sie einfach hin und überzeugen sie sich selber wie ein historischer Kern auch ohne die üblichen Plattenbauten mit moderner Architektur verschmelzen kann.

Ich gebe ihnen eigentlich nur noch einen Rat, wenn sie mit dem Auto anreisen sollten geben sie wirklich Acht auf die Fahrradfahrer in Münster, davon gibt es einfach wahnsinnig viele und die nehmen „effektiv“ am Straßenverkehr teil…
Hose15
Balkonier
 
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